DG & DG Das Geld und die Griechen – Τo Χρημα και οι Ελληνες

Feindseligkeiten

Wir haben uns für zwei Tage ein wunderschönes Appartment am Meer gemietet. Die Frau, die es vermietet, wohnt im Stockwerk darunter. Sie beschenkt uns mit Orangen und Oliven aus dem eigenen Garten.

Ein Freund schickt mir eine Email und fragt: “Wie ist es überhaupt, bekommst Du von der Feindseligkeit, von der man gerade so viel liest, was mit?”.

Die Frau, die das Apartment vermietet, wendet sich an Elissavet. Normalerweise haben vor allem die Deutschen schon im November für das kommende Jahr gebucht. Aber letztes Jahr und auch dieses Jahr hat sich keiner gemeldet. “Keiner?” Die Frau zuckt mit den Schultern.

Feindseligkeiten? Die Frage kommt mir so völlig absurd vor, dass ich gar nicht recht weiß, was ich antworten soll. Es mag ja sein, dass manchmal Leute auf Merkel schimpfen, aber das tun sie in Deutschland auch. Eigentlich, muss ich sagen, treffe ich in Griechenland auf mehr Sympathie für Merkel als zuhause. Wie oft höre ich den Satz: “Die Merkel soll kommen und endlich aufräumen mit dieser ganzen Korruption!” Dass sich jemand über die Rolle Deutschlands beschwert, ja, das habe ich gehört, wenn auch selten. Dass ich als Deutscher auch nur schräg angeschaut worden bin, ist mir nie passiert. Und eigentlich immer, wenn ich mit Elissavet irgendwo sitze und die Leute hören, dass wir deutsch sprechen, fangen die Leute ein Gespräch mit uns an. Viele, viele Griechen waren in Deutschland, haben dort gearbeitet oder haben Familie, die dort arbeitet. Die Griechen bewundern Deutschland. Sie würden sich wünschen, dass Griechenland ein Stück weit so wird wie Deutschland. Nur ihr Wetter wollen sie behalten.

Es gibt keine Feindseligkeiten.

Die Frau, die das Apartment vermietet fragt Elissavet: “Was denken die Deutschen über uns?”

Ein Kommentar zu Feindseligkeiten

  1. zoomster sagt:

    die griechenbilder der deutschen sind u.u. negativer. da hört man dinge wie zb kleines land mit einem riesigen überbezahlten beamtentross,, zahlen ihre steuern nicht, gehen früher in rente usw
    generell entsteht der eindruck, dass die griechen selbst mitschuld an ihrer krise tragen.


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Eine Koproduktion des Goethe-Instituts Athen mit dem Korsakow-Institut.