DG & DG Das Geld und die Griechen – Τo Χρημα και οι Ελληνες

Wie die Griechen

Das Mietauto war saubillig. Ich habe es online gebucht und bezahlt und einen Voucher ausgedruckt. Mit dem standen wir dann am Ausgang B5 am Athener Flughafen. Das Auto war nicht da und niemand wusste, wo das Büro war, von “Surprice Car Rentals”. Auf dem Voucher stand eine Telefonnummer und die rief ich an. Und dann kam Kirya Maria: Sie sah aus, wie ich mir eine Mutter von fünf Kindern im Berliner Stadtteil Neukölln vorstelle und erklärte das Versäumnis wortreich (und ohne die genauen Gründe zu nennen). Sie vertrieb uns die Zeit bis der Wagen dann schlussendlich doch auftauchte, mit spendiertem Kaffee und praktischen Ratschlägen für unsere Reise durch Griechenland.
Als das Auto dann da war, war es nicht, wie es sich für ein Mietauto gehört, frisch gestaubsaugt und ordentlich geputzt. Das war mir sofort sympathisch, es erinnerte mich an mein Auto in Berlin und es würde sicherlich auch die Gefahr eines Einbruchs mindern.
“Ihr könnt das Auto selber, von außen, oder von innen, sauber machen lassen, oder ihr könnt es auch nicht sauber machen lassen, ganz wie ihr wollt” sagte Kirya Maria und schob mir 10 Euro in die Hand. Sie reichte den Geldschein auf Hüfthöhe, so dass der Weg in meine Hosentasche nicht weit war, in die ich das Geld auch gleich verschwinden ließ. Daraufhin machte sich ein flaues Gefühl in meinem Magen breit und ich dachte ein paar Sekunden darüber nach, wie ich den Handel rückgängig machen machen könnte. Und dann dachte ich ein paar Sekunden darüber nach, warum ich ihn überhaupt rückgängig machen will. Und weil ich zu keinem Schluss kam, beendete ich das Nachdenken mit dem Gedanken, dass ich jetzt in Griechenland bin und die Dinge so machen sollte wie man es hier offensichtlich so macht.

2 Kommentare zu Wie die Griechen

  1. mac sagt:

    Abweichungen von der (D-)Norm sind immer interessant. Ist das nun ein landestypischer Empfang, ein Klischee oder die einfach nur die etwas unsterilere Version von Sixt Deutschland. Surprice surprise!

    • Die Geschichte ging dann auch noch weiter: Surprise, surprise hat uns nach zwei Tagen angerufen und gefragt wo denn das Auto sei, wir wären schon ein paar Stunden überfällig. Wir hatten das Auto aber für zwei Wochen gemietet und waren gerade auf dem Weg zu einem Parlamentsabgeordneten, für ein Interview. Ich breche (wie üblich bei solchen Gelegenheiten) in Panik aus – weil ich ja erst mal davon ausgehe, dass ich die Daten beim Buchen durcheinander gebracht habe (was durchaus schon passiert ist). Naja, war dann doch Fehlalarm und etwas später kam ein Anruf mit vielen Entschuldigungen.
      Irgendwie schon toll, dass ein Autovermieter genauso fehlbar ist, wie man selbst. Die wachsen mir noch ans Herz…


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Eine Koproduktion des Goethe-Instituts Athen mit dem Korsakow-Institut.